Bildungsvereinbarung NRW

Die Bildungsvereinbarung NRW befindet sich noch im Abstimmungsprozess.
Änderungen und Ergänzungen werden in der Folge aktualisiert.

So wie wir werden – so wie wir sind

Bildung beginnt mit der Geburt. Bereits vom ersten Tag an entdeckt, erforscht und gestaltet das Kind seine Welt. Es ist Akteur seiner Entwicklung und erschließt sich die Umwelt. Aus eigenem Antrieb heraus will es die Dinge, die es umgibt, verstehen und Neues dazulernen. In keiner anderen Phase des Lebens lernt der Mensch so schnell und ausdauernd und gleichzeitig so mühelos.

Kinder sind von Anfang an mit Kompetenzen ausgestattet, die es ihnen ermöglichen, sich zunehmend in der Welt zurechtzufinden. Bereits von den ersten Lebensmonaten an möchten sie aktiv an den Vorgängen in ihrer Umwelt teilnehmen und ihre Entwicklung und ihr Lernen mit gestalten. Im Laufe ihrer weiteren Entwicklung haben sie das Bedürfnis, sich als kompetent zu erleben, erproben im Umgang mit anderen Menschen soziales Miteinander, entdecken die Natur, lösen knifflige Aufgaben, fragen nach dem Sinn des Lebens und vieles mehr. Kinder sind schon früh zu kognitiven Leistungen und Einsichten in der Lage. Sie setzen sich schon sehr früh mit der Komplexität der Welt auseinander. Sie entdecken und lernen aktiv und können so neue Erfahrungen auf der Grundlage bisheriger Erlebnisse einordnen und deuten. So kommen sie zu eigenen Einsichten, entwickeln eigene Konzepte des Verstehens und konstruieren den Sinn.

Diese Aktivitäten sind Grundlagen für die Entwicklung und Bildung eines Menschen, sie sind im Sinne Humboldts „Aneignung von Welt“.

(Quelle: Grundsätze zur Bildungsvereinbarung NRW)

Spielen bedeutet Arbeit

Die ureigene Ausdrucksform und das zentrale Mittel von Kindern sich ihre Welt anzueignen, ist das Spiel. Von Anfang an setzt sich das Kind über das Spiel mit sich und seiner Umwelt auseinander, hierüber kann es seine Wahrnehmungen verarbeiten und neu strukturieren. Spiel als bildender Prozess baut auf den sinnlichen, körperlichen, emotionalen, sozialen, kognitiven, ästhetischen und biografischen Erfahrungen auf, die das Kind gemacht hat. Es nutzt das Spiel, um seine Potenziale zu differenzieren, sie in neuen Situationen auszuprobieren, Erkenntnisse aus Erfahrungen neu zu ordnen, zu erweitern und ihnen neuen Sinn zu geben. Bildungsprozesse, die dem Spiel zugrunde liegen, gehen immer von der Eigenaktivität des Kindes aus, (nicht gemeint sind von Erwachsenen angebotene Formen des Spiels zur Vermittlung von Inhalten, „spielerisches Fördern oder Lernen“). Das Spiel in seiner selbstbestimmten und eigentätigen Form fördert die Entfaltung der Persönlichkeit des Kindes und den ganzheitlichen Entwicklungs- und Lernprozess. Spielen und Lernen sind keine Gegensätze, sondern gehören untrennbar zusammen. Spiel ist sowohl zweckfreie Selbstentfaltung als auch Ausprobieren, gezieltes Lernen und Mittel zur Aneignung von Welt. Vor diesem Hintergrund ist sowohl das zweckfreie als auch das gerichtete Spiel wichtiger Bestandteil von Bildungsprozessen.

Spielen ist die eigenständige und schöpferische Leistung des Kindes, hier ist es neugierig und erprobt sich, experimentiert ausdauernd und nutzt alle vorhandenen „Spiel”-räume und sich anbietende Materialien. Es kann seine Erlebnisse und Erfahrungen ausdrücken, erlangt Kompetenzen, in Beziehung zu anderen zu treten und Konflikte zu lösen. Spiel ist gekennzeichnet durch Neugier, durch Ausprobieren und Erfinden, durch Gestalten, durch Vorstellungskraft und Fantasie. Spielort, Spielthema, Spielinhalt, Spielmaterial, Spielpartner und Spieldauer sollen vom Kind frei ausgewählt werden können.

Spielen zieht sich durch alle Lebensbereiche der Kinder und ist die Grundlage frühkindlicher Bildungs- und Lernprozesse. Um diese zu fördern, sind beispielsweise Flexibilität im Tagesablauf, Zeit für freies Spiel, anregende Raumgestaltung mit Rückzugsmöglichkeiten, Bewegungsflächen und übersichtliche Aufbewahrungsmöglichkeiten und zweckfreie Materialien zum Spielen (Tücher, Decken, Alltagsgegenstände, Pappkarton etc.) erforderlich. Das Freispiel ist zudem eine gute Gelegenheit, Kinder zu beobachten und auf Grundlage der Beobachtung bewusst entwicklungsgemäße Impulse und Anregungen zu geben, um den Bildungsprozess zu unterstützen.

Ein Kind das gelernt hat zu spielen und dies intensiv tut, hat die besten Voraussetzungen für die Schule und den Beruf.

Kinder lernen, indem sie spielen. Im Spiel werden Fertigkeiten und Fähigkeiten in allen Bildungsbereichen erlernt. Dadurch bilden sich aus neurologischer Sicht Nervenbahnen, die durch Synapsen mit vielen Gehirnarealen verbunden werden. Je mehr diese Nervenbahnen sich entwickelt haben, desto besser können Kinder lernen. Das Spiel ist dafür die wichtigste Voraussetzung!

Kinder lernen sich selbst, Mitmenschen und die Umwelt kennen, indem sie spielen. Neugierde und Motivation sich selbst und die Welt zu erkunden und zu erfahren sind dabei der Motor.

Von Fingerspielen über Tischspielen, Bewegungsspielen….bis hin zum Rollenspiel ist im Pelikan alles möglich. Bewusst verzichten wir auf spezielle Lernprogramme. Im Pelikan möchten wir Kindern Raum, Material und Zeit geben, um intensiv spielen zu können. Kinder sollen sich auf ihr Spiel einlassen dürfen, dafür brauchen sie Zeit und auch die Möglichkeit etwas „ganz anders“ machen zu dürfen. In den verschiedenen Räumen mit unterschiedlichen Materialien möchten wir die Kinder anregen sich die Welt spielerisch zu erschließen.

„Der Beruf des Kindes ist das Spiel“. In allen Bildungsbereichen können Kinder erfolgreich „Lernen“ wenn sie Raum, Zeit, Material und ErzieherInnen haben die diesen Beruf zulassen.


Dem Spielen Raum geben

Kinder brauchen Platz um ihre unterschiedlichen Spielideen zum Ausdruck bringen zu können. Im Pelikan haben Kinder die Möglichkeit elementare Bedürfnisse nach Begegnung, Bewegung und Ruhe, Spiel und Gestaltung auszuleben, zu erproben und weiterzuentwickeln.

Die verschiedenen Räume mit den unterschiedlichen Funktionen sollen den Kindern Anregung für die Entwicklung ihrer individuellen Fähigkeiten bieten. Spielpartner, Spielinhalte und Materialien dürfen von den Kindern weitestgehend selbstbestimmt gewählt werden. Zunehmend lernen die Kinder dadurch, handlungskompetent den Alltag zu gestalten.

Ausgehend von einer stabilen und kontinuierlichen Beziehung der jeweiligen Gruppe erobern die Kinder sich die „Peli"-Welt.

Die Art der Raumverteilung und Nutzung unterstützt das Ziel, die Kinder auf ihrem Weg zu Handlungskompetenten Menschen zu unterstützen. Hierzu brauchen Kinder einen Handlungsplan (wo will ich spielen, mit wem will ich spielen, wem muss ich Bescheid sagen, welche Regeln gibt es), der viele Kompetenzen anspricht: Struktur, Sozialverhalten, Kommunikation, Normen und Regeln….

Die meisten Räume sind mit Themeninhalten belegt, sodass ein konzentriertes Spiel möglich ist ohne das durch einen Funktionswandel (z. B. Essraum) oder durch eine Mehrfachbelegung

(z. B. Gruppenraum mit Bauecke, Rollenspielecke) das Spiel ständig unterbrochen wird oder Kinder abgelenkt werden.

• Essraum

Direkt im Eingangsbereich finden wir den Essraum der gesamten Einrichtung. Ausgestattet mit einer Sitzecke und flexibel einsetzbaren Tischen und Stühlen bietet er für alle Essenssituationen Platz. Zum Frühstück gibt es eine Müslibar, Kaffee für die Eltern und fertig gedeckte Tische für die Kinder mit oder ohne Eltern.

Das Mittagessen für Fische und Frösche kann in einem ruhigen Rahmen stattfinden. Der Raum wird dann nur von der jeweiligen Gruppe genutzt. Gedeckte Tische laden um 11.20 Uhr die Fische und um 12.30 Uhr die Frösche zum Mittagessen ein. Mit vier Kindern am Tisch hat die begleitende ErzieherIn Zeit und Möglichkeit auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen. 

• Gruppenraum Frösche

Die Zentrale der Froschkinder. Hier laufen alle Fäden zusammen. Die Kinder kommen hier an, finden ihren Spielpartner und immer eine Erzieherin als Ansprechperson. Er ist Durchgangsraum zum Nebenraum und zum Badezimmer.

Kreativbereich, Bauecke, Spielpodest und die Trinkstation haben ihren Platz im Gruppenraum.

Der Kreativbereich ist ausgestattet mit einem Regal, einem Tisch für sechs Personen und Stühle bzw. Hocker. Materialien wie Buntstifte, Blätter, Unterlagen, Wasserfarbe, Pinsel, Knete etc. stehen den Kindern zur kreativen Auseinandersetzung zur Verfügung.

Angrenzend ist die Bauecke mit Teppich, Schubladenelementen und Sofa. Diverses Konstruktionsmaterial (z. B. Duplo, Lego, Yovo und Holzbausteine), aber auch Kunststoff-Tiere und Murmelbahn können zum Einsatz kommen.

Auf dem Spielepodest ist Platz für Tischspiele und Puzzle. Auf mehreren Ebenen begegnen sich die Kinder hier. So kann auch im Liegen gepuzzelt werden. Das Spiel kann nebeneinander aufgebaut werden und die Sitzposition kann flexibel geändert werden. Die Möglichkeit am Tisch zu spielen, haben die Kinder an der Trinkstation. Neben Bechern, Getränken und Abstellmöglichkeit an der Spüle steht hier ein Tisch mit sechs Sitzgelegenheiten.

• Nebenraum

Im Nebenraum, der auch schon mal Dschungel genannt wird, gibt es zwei Spielebenen mit Nischen und Höhlen. Eine Verkleidungskiste, Kissen, Decken und unterschiedliche Medienangebote stehen den Kindern zur intensiven Auseinandersetzung mit Rollenspielen zur Verfügung. Dieser Raum bietet sich zum Theater spielen, Geschichte hören, aus dem Fenster gucken und zum Ausruhen an.

• Toberaum / Bewegungsraum

Bewegung ist der Motor der kindlichen Entwicklung.

In unserem Toberaum wird manchmal getobt, meistens nutzen die Kinder ihn, um sich auf vielfältige Art und Weise zu bewegen. Rutschen, hoch und runter klettern, springen, gleiten und rollen, schaukeln und schwingen, sich zurückziehen, krabbeln auf verschiedenen Ebenen … in Verbindung mit Erfahrung aus den verschiedenen Wahrnehmungsbereichen sind wichtige Elemente für unseren „Toberaum“. Der Raum steht den Kindern den größten Teil des Tages zur Verfügung, sodass viel Zeit für eine „bewegte Kindheit“ möglich ist.

• Rollenspiel / Spielraum

Intensive Rollenspiele finden in diesem großen, offenen Raum statt. Kleinmöbel, Spielhaus mit 2. Ebene, Verkleidungssachen (mit Klackerschuhen), Puppenspielzeug, Handpuppen, Kleinküche mit kompletter Ausstattung, Bücher etc. bieten den Kindern die Möglichkeit ihre Umwelt- und Lebenssituation durch Rollenspiele (Arztbesuche, Mutter-Vater-Kind, Tierfamilien….) nachzuahmen und zu verarbeiten.

• Bauraum

Im Bauraum haben die Kinder die Möglichkeit sich mit der „gebauten“ Welt der Erwachsenen auseinanderzusetzen. Städte, Flughafen, Zoos, Parkplätze und Garagen, Türme … entstehen hier. Physikalische Gesetze, geometrische Figuren, Architektur und logische Operationen wie Zusammensetzen und Zerlegen, Vergleichen, … werden kennengelernt und erprobt.

Verschiedenste Materialien können zum Einsatz gebracht werden. „Gebautes“ sind für Kinder sichtbare Ergebnisse ihrer eigenen Tätigkeit. Deshalb dürfen Städte, … auch mal stehen bleiben.

• Ruheraum / Schnarchecke

Eine Rückzugsmöglichkeit finden die Pelikan-Kinder in der sogenannten Schnarchecke. Ruhig gelegen und ausgestattet mit Polstern, Decken, Kissen, Matratzen, einer Kuschelhöhle und einem Hängestuhl bietet dieser Raum die Gelegenheit mit einer Kleingruppe (und ErzieherIn) zur Ruhe zu kommen und sich zu entspannen. Materialien für die Sinne (Fühlen und Hören) bieten zudem Erfahrungen in verschiedenen Wahrnehmungsbereichen.

• Großer und kleiner Schlafraum

Wir haben eine Schlaf-, Bewegungs- und Spielpodestlandschaft im Schlafraum. Sie bietet den Kindern Schlafgelegenheit auf unterschiedlichen Ebenen, die sie in der übrigen Zeit zum Hoch- und Runterkrabbeln, Treppensteigen, Springen, Verstecken und als Spiel- und Versammlungsfläche nutzen können. Alters- und Entwicklungsstand entsprechend ist dieser Raum mit Spielmaterial für Kinder unter 3 ausgestattet.

Auch im kleinen Schlafraum gibt es Schlafgelegenheiten für die Kinder der Fischgruppe. Das Spielmaterial ist ebenfalls für Kinder unter 3 Jahren ausgelegt, wobei man hier auch die ersten Regelspiele für die 2-3jährigen Kinder entdeckt. Ein kleiner Tisch lädt ein, um ungestört malen oder basteln zu können. Der Raum dient ebenfalls als Rückzugsmöglichkeit um Angebote in Kleingruppen anzubieten.

• Außengelände

Auf unserem Außengelände mit 806 m2 haben die Kinder das ganze Jahr die Möglichkeit zum Toben, Klettern, Spielen und für Naturbeobachtungen. Die Kinder können das Gelände, das sich in einen gepflasterten Hof und eine höher gelegene Wiese aufteilt, für alle möglichen Aktivitäten nutzen. Im Hof befindet sich ein großer überdachter Sandkasten, ein Schuppen für unsere Fahrzeuge, eine Wasserstelle und die Möglichkeit, Fußball zu spielen.

Sprache ist mehr als sprechen

Der Spracherwerb von Kleinkindern erfordert die volle Aufmerksamkeit und Unterstützung der Erwachsenen. Im Pelikan erleben Kinder, dass Sprache als Ausdrucks- und Kommunikationsmittel ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags ist. Wir (er)leben Sprache mit den Kindern z. B. beim Spielen und beim Basteln, indem wir diese Aktionen sprachlich begleiten. Durch das sprachliche Vorbild und dem interessierten Zuhören der ErzieherInnen werden die Kinder zum Hören und Sprechen angeregt.

Immer wiederkehrende Situationen, sprachlich begleitete Rituale und Aktionen wie z. B. Finger-, Sing- und Bewegungsspiele, Tischsprüche und Lieder, regen zum freudigen Spracherwerb an. Bei der Lösung von Konflikten, beim Aushandeln von Regeln sind Kommunikation und Austausch vorrangig.

Kinder lernen Sprechen durch Hören und Nachahmung. Durch aktives Zuhören erkennen die ErzieherInnen die Leistung des Kindes an. Dadurch werden die Kinder motiviert im ständigen Dialog mit der Umwelt, zu einem immer differenzierteren Gebrauch der Sprache zu kommen. Sie erfahren Sprache, indem sie Wörter und Sätze immer wieder sprechen und einsetzen. Je mehr Möglichkeiten sich einem Kind bieten, aktiv und selbstbestimmt seine Sprache in der Kommunikation mit anderen einzusetzen, desto größer wird sein Erfahrungsbereich und damit auch sein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Wir unterstützen die Kinder dabei, indem wir ihnen die Möglichkeiten bieten, sich darin zu erproben.

Im Fantasiespiel nehmen die Erzieherinnen die Wort- und Grammatikerfindungen der Kinder, ihre Sprachbilder und andere individuelle Ausdrucksweisen wahr und greifen sie, z. B. in Sprachspielen, auf. Sie lassen selbst ihre Fantasie spielen und stellen den Kindern Fragen („was wäre, wenn …“) oder erfinden Geschichten. Kindliches Spiel mit der Sprache (in Sprüchen, Wortspielen, Reimen …) wird als Bestandteil einer eigenen Kinderkultur akzeptiert. In Erzählungen, denen andere Kinder oder Erwachsene zuhören, gestalten Kinder Sprache. Wir reagieren wenn möglich immer auf verbale und nonverbale Äußerungen des Kindes, sind antwortbereit, dem Kind zugewandt, greifen die Aussagen der Kinder auf und erwidern diese mit vollständigen Sätzen. Dadurch verhindern ErzieherInnen, dass die Kinder ihre sprachliche Experimentierlust verlieren.

ErzieherInnen unterstützen die Begriffsbildung der Kinder bei der genauen Versprachlichung alltäglichen Geschehens. Das betrifft Gleichheits- und Ordnungsbeziehungen („Das ist so wie ...", „Das gehört dazu ..."), Größenverhältnisse (klein, kleiner, groß, größer), räumliche Beziehungen (oben, unten, neben) wie auch den Umgang mit Mengen und Zahlen.

Die ErzieherInnen regen die Kinder dazu an, ihre Bedürfnisse, Absichten und Meinungen zu verbalisieren. Sie nehmen die verbalen Verständigungsbemühungen und Aushandlungsprozesse der Kinder untereinander wahr und fördern sie. Der tägliche Umgang mit Medien, Liedern, Reimen, Erzählungen, Vorlesen, Handpuppen, Bilderbüchern, Tonkassetten, CD' s sowie anderen technischen Medien ist für uns selbstverständlich.

Bewegung macht schlau

Der Pelikan bietet den Kindern täglich Gelegenheiten zum Schaukeln, Wippen, Rotieren, Springen, Steigen, Klettern, Gleiten, Rollen, Balancieren, Kriechen, Ziehen, Schieben, Heben, Werfen, Fangen, Prellen, Gehen, Laufen. Durch eigene Ideen der Kinder und Anregungen seitens der ErzieherInnen stehen alters- und entwicklungsgerechte Bewegungsmöglichkeiten zur Verfügung. So haben die Kinder viele Möglichkeiten, wie z. B. den verschiedenen Körpergrößen angepasste Höhen zum

Herunterspringen, unterschiedlich schwierige Gelegenheiten zum Klettern, kleinere und größere Möglichkeiten zum Rückzug in Höhlen, Spielhäuschen, leichtere und schwere Gegenstände zum Schieben, Ziehen oder Stapeln. 
Die ErzieherInnen unterstützen die Kinder dabei, indem sie ermuntern bzw. bremsen. Durch die unterschiedlichen Bewegungsangebote wird Fantasie angeregt, was sich

z. B. in Form von Rollenspielen auswirkt. 
Die Kinder können sich ihrem eigenen Rhythmus entsprechend bewegen und zur Ruhe kommen, sich alleine, zu zweit oder in kleinen Gruppen betätigen. Sie können die Dauer und die Art und Weise ihrer Aktivitäten überwiegend selbst bestimmen. Aufgrund der guten Personalsituation und der zahlreichen Räumlichkeiten werden den Kindern viele Möglichkeiten geboten.

Die ErzieherInnen nehmen wahr, welche vielschichtigen und immer wieder neuen Anforderungen an ihre körperliche Geschicklichkeit Kinder im Alltag zu verarbeiten haben. Beim An- und Ausziehen zum Beispiel müssen die Kinder komplexe Bewegungsabläufe steuern.

Jeder kann ein Künstler sein

Beim Spielen können Kinder ausgiebig ihre Körpersinne einsetzen. Dazu stehen ihnen entsprechend viele unterschiedliche Spielmaterialien zur Verfügung. Beim bildnerischen Gestalten (z. B. Malen, Basteln) steht der Umgang mit nicht vorgefertigten, insbesondere mit formbaren Materialien wie Knete, Sand, Erde, Modelliermasse, Pappmaschee im Vordergrund. Durch das Ausprobieren und Erfinden von Formen setzen sich die Kinder auch mit ihren Körpersinnen auseinander (z. B. wie fühlt sich der Sand/der Kleister an, wie riechen sie?).

Beim Gestalten hat jeder Körpersinn seine eigene Gestaltungsform, z. B. bildhafte, plastische, musikalisch- rhythmische, Bewegungsmäßige oder szenische. Mit den verschiedenen Werkzeugen und Materialien ergeben sich daraus, die „hundert Spektren" an Gestaltungsformen zu ermöglichen. Spielen hängt sehr eng mit dem Erleben von Unabhängigkeit (oder deren Einschränkung) zusammen.

Um ihre emotionalen Fähigkeiten im Spiel entwickeln zu können, brauchen Kinder ErzieherInnen, die ihre Unabhängigkeitsbestrebungen unterstützen. Dies geschieht am besten, wenn sie ihnen zuhören, ihre Gefühle, von denen sie in Spielen erzählen, ernst nehmen (selbst wenn sie diese nicht nachvollziehen können), sie bei ihren Spielaktivitäten ermutigen und sie behutsam durch eigene Ideen herausfordern.

Das Spiel ist ein zentrales Feld kindlicher Eigenkonstruktion. Kinder „konstruieren“ spielend soziale Beziehungen, Geschichten oder Dinge. Kinder haben im Pelikan eine Umgebung, die genügend vielfältige Anregungen und Spielräume für das Spiel allein und mit anderen bietet, sowie Erwachsene, die auf die konstruktiven Leistungen der Kinder vertrauen und sie nicht dadurch stören, dass sie glauben, sie müssten sie verbessern. Kinder verbessern sich selbst, indem sie etwas tun. In Rollenspielen können die Kinder bestimmte Handlungsmuster nutzen und verändern. Die Fantasie dient nicht der Abwendung von der Realität, sondern zu deren Erforschung.

Beim Spielen im Außengelände, sowie auf dem Spielplatz oder im Wald machen Kinder wichtige Erfahrungen mit natürlichen Formen, z. B. den unterschiedlichen Tier- und Pflanzenformen, den Formen von Mineralien, Metallen, Hölzern, Erde, Sand, Wasser, den Bauten von Tieren, den Gehäusen, Skeletten oder Häuten.
Die Erfahrung dieser Vielfalt regt an, darüber nachzudenken und sich darüber auszutauschen, woher diese Formen kommen, wie sie entstanden sind oder wie sich lebende von nicht lebenden Dingen unterscheiden. Viele dieser Materialien können gesammelt werden und eignen sich in kindliche Gestaltungen mit einbezogen zu werden.

Im Spiel können die Kinder ihre sozialen Beziehungen untereinander organisieren. Der Pelikan bietet Wahlmöglichkeiten - im Hinblick auf die Spielpartner, Spielorte, Spielmaterialien und die Dauer der Spielhandlungen. Zudem hat jedes Kind vielfältige Gelegenheiten, sich ungestört in individuelle Gestaltungsprozesse zu vertiefen. Theaterspiele oder Schattenspiele bieten einen hohen Anreiz zu komplexen Gestaltungen, insbesondere dann, wenn auch musikalische oder rhythmische Elemente mit eingebaut werden.

Es singt und klingt, es rumst und kracht, hier wird heut‘ Musik gemacht

Gemeinsames Singen und Musizieren macht Kindern Freude und fördert sie auf vielerlei Weise. Insbesondere wenn die Betrachtungsweise von Musik und Musikalität nicht eng gefasst wird, sondern den geräusch- und klangvollen Alltag einbezieht, ergeben sich für Kinder im Tagesverlauf zahlreiche musikalische Wahrnehmungs- und Erfahrungsmöglichkeiten. Dazu kann das Hören von Regentropfen auf dem Fensterbrett genauso gehören wie das rhythmische Zählen von Treppenstufen oder Wanderschritten. Auch der eigene Körper kann zum Klang- und Geräuschinstrument werden. Klangeigenschaften unterschiedlicher Materialien können erforscht und verarbeitet werden. Durch gemeinsames Singen und Musizieren, durch das Sprechen von Versen und (Abzähl-)Reimen erfahren die Kinder Brauchtum und Kulturgut.

(Auszug aus: „Grundsätze zur Bildungsförderung für Kinder von 0 bis 10 Jahren“ NRW)

Im Pelikan kann jeder, egal ob groß oder klein seine Musikalität ausleben. Dafür sind wir im Jahr 2011 sogar mit dem „Felix“ des Deutschen Chorverbandes ausgezeichnet worden. Um sich auszuprobieren, stehen tagtäglich vielfältige Möglichkeiten bereit. Ob eine Erzieherin Gitarre lernen möchte oder ob Kinder mit einem Spielzeugauto die Holzverkleidungen zum klingen bringen, alles ist möglich. Musik befreit die Seele.

Unsere Natur und Umwelt – wir erfahren mit allen Sinnen

Die Kinder erfahren das Außengelände des Pelikans als sinnlich anregend, vielfältig und veränderbar. Es bietet ihnen Anregung für alle Sinne, z. B. durch Formenvielfalt, Höhenunterschiede, unterschiedliche Bodenstrukturen, Rückzugsmöglichkeiten.

Die Begegnung mit der Natur intensiviert die Gefühle der Kinder. Den Zugang zur Natur bekommen die Kinder durch Sammeln, Betrachten, Umgehen, Ausprobieren, bei Pflanzen und Tieren kommt die Pflege dazu. Die lebendige Erfahrungswelt der Natur gibt der Fantasie der Kinder ständig neue Nahrung: Sie kommen Geheimnisvollem auf die Spur, sie werden dazu angeregt, Zeichen und Symbole zu hinterlassen, sie können mit natürlichen Materialien hantieren. 
Um Kinder im Vorschulalter zur Auseinandersetzung mit biologischen, physikalischen und anderen naturwissenschaftlichen Themen anzuregen, greifen die Erzieherinnen spontan die Ideen der Kinder auf. Durch diesen situativen Ansatz geht die Motivation und somit die Freude am gemeinsamen Experimentieren von den Kindern aus.

Kinder müssen Natur in ihren Zusammenhängen erfahren, nur so wird ihnen die Natur sinnlich und emotional nahe gebracht und der forschende Entdecker im Kind unterstützt. Kinder und ErzieherInnen beschäftigen sich mit Tieren in ihrer natürlichen Umgebung. In der Regel sind Kinder an allen Tieren interessiert. ErzieherInnen zeigen den respektvollen und vorurteilslosen Umgang mit der Tier- und Pflanzenwelt.

Über die natürliche Umwelt hinaus sind Kinder auch auf das alltägliche Geschehen wie der Straßenverkehr, Einkaufsmöglichkeiten, Marktplatz oder Grünanlagen und Denkmäler neugierig. Der Pelikan bietet durch Ausflüge die Möglichkeit, die Gegend zu erkunden.

Was glaubst du denn? – Religion und Ethik

Jedes Kind bringt Offenheit und Neugier für religiöse Fragen mit. Es steht in Beziehung zu sich selbst, zu anderen Menschen, zur Welt und zu Gott. Wenn Kinder die Welt erforschen, stellen sie Fragen nach dem Anfang und Ende, nach dem Sinn und dem Wert des Lebens. Sie staunen über das, was sie wahrnehmen und sind fasziniert von dem, was sie nicht sehen. Sie wollen den Rätseln, die sich ihnen auftun, auf den Grund gehen und suchen nach Anhaltspunkten für ein gutes, gerechtes und sinnvolles Leben. Kinder schaffen sich ihr eigenes Bild von der Welt, bilden Theorien und entwickeln gleichsam auch eine eigene Philosophie und Theologie. Die Kenntnis religiöser und ethischer Deutungen ist ein wesentlicher Baustein, um eigene Antworten zu finden.

In ihrem Alltag begegnen Kinder vielfältigen religiösen Symbolen und Bräuchen. Dazu gehören Gebäude, Formen gelebten Glaubens, religiöse Feste, Lieder und Gebete sowie Zeiten im Jahreskreis. Dieses Erleben, verbunden mit Erklärungen, hilft den Kindern, sich der eigenen Tradition zu vergewissern. Religion bietet Auffassungen von Gott, Welt und Mensch an, mit denen Kinder sich identifizieren können, und trägt zur ganzheitlichen Entwicklung und Stärkung der Persönlichkeit bei.

Unsere Gesellschaft ist zunehmend multireligiös geprägt. Dies spiegelt sich auch in den Kindertageseinrichtungen und Grundschulen wieder. Daher sind Offenheit und Akzeptanz im interreligiösen Dialog wichtige Qualitätsmerkmale der pädagogischen Arbeit im Elementar- und Primarbereich. Durch die Wahrnehmung und Anerkennung der Vielfalt der Kulturen und Religionen wird ein wichtiger Beitrag zum Miteinanderleben und zu mehr Chancengleichheit geleistet. In einer pluralen Welt setzt die Vermittlung religiöser Bildung eine eigene Position voraus. (Auszug aus: „Grundsätze zur Bildungsförderung für Kinder von 0 bis 10 Jahren“ NRW)

Da dieses Thema für uns als freier Träger nicht vorgegeben ist, finden wir den Auszug aus der der Bildungsvereinbarung inhaltlich so gut, dass dem nichts mehr hinzuzufügen ist.

Speicher voll?! – Medienpädagogik

Medien sind im Alltag der Kinder allgegenwärtig. Die Mediennutzung eröffnet Möglichkeiten zur Lebensbewältigung, zur Überschreitung räumlicher, sozialer und emotionaler Grenzen. Kinder können reale mit virtuellen Welten vergleichen. Im Pelikan können Kinder aktiv und gezielt Medien auswählen. Dazu gehören u.a. Bücher, Hörspielkassetten, CDs, Video-/ Digitalkamera, Radio, PC.

Aktive Medienarbeit und Medienproduktion bedeutet:

  • gemeinsame Hörspiele und Radiosendungen erfinden und die technischen Voraussetzungen (z. B. Schneiden) erlernen.
  • Tricks beim Filmen ausprobieren sowie Filme produzieren
  • Fotowände gestalten, technische Geräte bedienen bzw. ihre Funktionsweise kennenlernen,
  • die Vernetzung von Medien verstehen (z. B. Fotoapparat an PC),
  • kooperatives Spiel am Computer kennenlernen.

Dies alles ermöglicht den Kindern die Aneignung medienspezifischen Wissens, fördert die Zusammenarbeit in Gruppen und unterstützt mit der “Öffentlichmachung” die Kommunikation und Anerkennung über Pelikan-Grenzen hinaus.

Wieso, Weshalb, Warum

Kinder erleben Mathematik, Naturwissenschaft und Technik in für sie interessanten und bedeutsamen Zusammenhängen. Im gemeinsamen aktiven Forschen, Entdecken und Experimentieren entwickeln sie eigene Wege, ihre Umwelt zu verstehen. Deshalb geht es nicht um die vorschnelle Beantwortung von Fragen oder das Ansammeln von Faktenwissen in Einzeldisziplinen wie Biologie, Physik oder Chemie und auch nicht darum, schon vor Schuleintritt rechnen zu können, auch wenn Kinder es lieben sich mit Zahlen zu beschäftigen. Die Kinder im Pelikan sollen Gelegenheit erhalten, ihr intuitives Gespür für Muster und Regelmäßigkeiten auszuprobieren, selbsttätig zu forschen, Erfahrungen zu machen und sich kreativ und aktiv handelnd mit Problemen und Fragestellungen auseinanderzusetzen. Sie erleben sich dabei als kompetent und erfahren, dass ihre eigenen Ideen und Lösungsvorschläge wertvoll und anerkennenswert sind. Die Pelikan-Kinder finden Antworten auf Fragen, entdecken Zusammenhänge und gewinnen neue Erkenntnisse. Es erfüllt sie zu Recht mit Stolz, wenn sie etwas entdeckt oder herausgefunden haben, und bestärkt sie in dem Bestreben, sich weiter auf forschendes Lernen einzulassen. Offene Fragen und Irrtümer können also ein Anlass sein, weitere Experimente durchzuführen oder andere Spuren zu verfolgen.

(In Anlehnung an: „Grundsätze zur Bildungsförderung für Kinder von 0 bis 10 Jahren“ NRW)

Im Pelikan ist dieses Thema ständig präsent, da wir in unseren Räumlichkeiten, im Außengelände und bei unseren Ausflügen sehr viele Experimente zulassen und uns, auch gerade durch unser „Nichtwissen“ gemeinsam mit den Kindern auf den Weg machen unsere Welt zu erforschen. Nichts unnötig zu finden ist hier unsere Stärke und Erwachsene wie Kinder machen sich gemeinsam auf den Weg die Welt immer wieder neu oder zum ersten Mal zu entdecken.

Antworten müssen wir nicht immer haben, aber neugierig sollten wir sein!

Mein Körper gehört mir! – Sexualpädagogik

Das Thema Sexualpädagogik führt Jahr für Jahr mit Eltern, im Team und am Ende auch im Umgang mit den Kindern zu einem erhöhten Gesprächsbedarf. Daher haben wir beschlossen das Thema Sexualität/Sexualpädagogik in unser Konzept aufzunehmen und so den sehr kurz gefassten Teil der Bildungsgrundsätze NRW aus „Körper, Gesundheit und Hygiene“ zu ergänzen. Auf diese Weise sollten Eltern nicht mehr so überrascht über den Umgang mit kindlicher Sexualität sein und das Team kann professioneller mit dem Thema umgehen.
Sexualität ist eine Lebensenergie, ein menschliches Grundbedürfnis. Sie ist der Wunsch nach körperlich-seelischer Lust, Wohlbefinden, Erotik, Leidenschaft und Zärtlichkeit. Sie verändert sich im Laufe des Lebens. Die sexuelle Entwicklung ist ein Teil der Persönlichkeitsentwicklung und beginnt mit der Geburt. Kindliche Sexualität unterscheidet sich wesentlich von der Sexualität Erwachsener. Sie entwickelt und verändert sich, weil der Körper als Quelle von Lustgefühlen erst entdeckt wird. Erst mit der Pubertät rückt sie allmählich in die Nähe zur Erwachsenensexualität. Gerade jüngere Kinder äußern ihre Bedürfnisse spontan, unbefangen, voller Neugier – und im tatsächlichen Sinne des Wortes schamlos. Denn sie kennen anfangs noch keine Scham und erst recht keine gesellschaftlichen Sexualnormen.

Es ist vielleicht für uns alle schwierig mit dieser Thematik offen und kulturübergreifend umzugehen, aber für die kindliche Entwicklung ist ein einheitlicher und deutlicher Umgang als Orientierung für ein gesundes körperliches Selbstbewusstsein unerlässlich.

Die Sexualerziehung im Pelikan nimmt keine Sonderstellung ein, sondern ist Bestandteil der alltäglichen Sozialerziehung und Persönlichkeitsbildung.

Eltern-Kind-Gruppe Pelikan e.V. · Berliner Strasse 104-106 · 41236 Mönchengladbach · Tel.: 0 21 66 / 61 25 92 · Fax.: 0 21 66 / 61 28 14 · e-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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